Formel 1
FAZ:
- F.A.Z. MACHTPROBE: Wie am Irankrieg das US-israelische Bündnis zerbrechen könntevon Sandra Klüber, Christian Meier am Juli 18, 2026 um 4:05 am
Während der Krieg zwischen den USA und Iran gerade wieder eskaliert, steht Israel inzwischen vermeintlich an der Seitenlinie. Welche Rolle spielt Benjamin Netanjahu noch im Irankrieg?
- Podcast Löhr & Pennekamp: „Gartenschere statt Kettensäge“von Johannes Pennekamp am Juli 18, 2026 um 4:05 am
Wie funktioniert eine Steuererklärung mit nur einem Klick? Und was passiert, wenn man einfach erst mal alle Bürokratie abschafft? Ein Gespräch mit Baden-Württembergs Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne).
- Tesla vorne: Mehr als 50 Millionen Euro für E-Auto-Prämienam Juli 18, 2026 um 3:49 am
Seit knapp zwei Monaten gibt es wieder eine staatliche Förderung, um das Geschäft mit Elektroautos in Deutschland anzukurbeln. Wie viel Geld floss schon - und welche Marken profitierten zum Start?
- USA unter Trump: Trump: Kanada soll für Luftverschmutzung durch Brände zahlenam Juli 18, 2026 um 2:47 am
Liveticker zur US-Politik unter Donald Trump / Trump soll republikanischen Senator angeschrien haben / Jetzt lesen im Liveticker der FAZ
- Liveblog Irankrieg: Berichte über brennende Tanker in der Straße von Hormusam Juli 18, 2026 um 1:48 am
Berichte über neue Explosionen in Iran +++ Wieder heulen Sirenen in Bahrain +++ Iran: Revolutionsgarden halten vier Tanker in Straße von Hormus auf +++ alle Entwicklungen im Liveblog
- Liveblog Fußball-WM 2026: „Das ist nicht wahr“: Klopp wehrt sich gegen Falschmeldungenam Juli 18, 2026 um 1:20 am
Liveblog zur FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 vom 11.06. bis 19.07.2026 in den USA, Kanada und Mexiko | FAZ
- Trump und Infantino: „Dieses Mal lassen wir Mexiko und Kanada draußen“am Juli 18, 2026 um 12:56 am
Zwei Tage vor dem Endspiel treten Donald Trump und Gianni Infantino in New York auf. Sie loben sich gegenseitig überschwänglich. Und dann sprechen sie noch über ihre Ideen für ein kommendes Turnier.
- Fahrscheinkontrolle: Bahn-Sicherheitsmann stürzt nach Streit aus fahrendem Zugam Juli 18, 2026 um 12:29 am
Bei einer Fahrscheinkontrolle kommt es zum Streit. Im Gerangel stürzen ein Sicherheitsmann und ein Fahrgast zu Boden. Dann öffnet sich plötzlich mitten auf der Fahrt die Zugtür – mit schlimmen Folgen.
- 16.700 Verletzte: Über 5.000 Tote nach Erdbeben in Venezuelaam Juli 18, 2026 um 12:17 am
Zahlreiche Gebäude in Trümmern, mehr als 16.700 Verletzte, Tausende Tote. Die Folgen der Erdbeben vor drei Wochen in Venezuela sind verheerend.
- vermutlich krank: Wal bei Heiligenhafen vor deutscher Ostseeküste gesichtetam Juli 18, 2026 um 12:08 am
„Timmy“ war nicht der erste Buckelwal in der Ostsee. In den vergangenen Wochen war in dänischen Gewässern wieder einer gesehen worden. Ist dieses Tier nun weiter südlich unterwegs?
Kurrier:
- Katar blockiert VW-Deal mit Israel für gefährdetes Werk in Osnabrückvon michael.bachner@kurier.at (Michael Bachner) am Juli 18, 2026 um 4:00 am
Osnabrück, die viertgrößte Stadt im deutschen Niedersachsen, beherbergt ein von der Schließung akut bedrohtes VW-Werk. Spätestens im Sommer 2027 endet hier die Produktion, noch laufen Porsche-Modelle und die letzten T-Roc Cabrios vom Band, doch bald ist Schluss. Das Land Niedersachsen will den Standort erhalten und kämpft um eine tragfähige Nachnutzung. Es geht nicht nur um die Zukunft von 2.300 Arbeitsplätzen. Es geht auch um die Lösungskompetenz der rot-grünen Landesregierung in Hannover und damit die Zukunft von SPD-Ministerpräsident Olaf Lies. Niedersachsen ist mit 20 Prozent zweitgrößter Aktionär bei Volkswagen, Lies sitzt im Aufsichtsrat des strauchelnden Autoriesens.Eine recht naheliegende Idee in Zeiten der europäischen Aufrüstung lautet: Wir verwandeln das Autowerk mit relativ geringem Aufwand in eine Fabrik für Rüstungsgüter. Doch der Weg dahin ist steiniger als gedacht - und mitunter politisch brisant.Schon Mitte März hat Rheinmetall, größter deutscher Panzer- und Munitionsfabrikant, als bis dahin wichtigster Interessent abgewunken. Ursprünglich wollte Rheinmetall das Werk übernehmen und in Osnabrück sechsrädrige Radpanzer bauen. Rheinmetall-Chef Armin Pappberger präferiert jetzt aber einen anderen Standort. Nach Medienberichten liefen zuletzt auch Gespräche mit dem deutsch-französischen Rüstungskonzern KNDS - ebenso erfolglos. Da kommt nun der israelische Rüstungskonzern Rafael ins Spiel. Die Israelis produzieren Teile für das Raketenabwehrsystem „Iron Dome“, mit dem Raketen aus dem Iran oder der Hisbollah aus dem Libanon abgefangen werden. Die Absichtserklärungen sind bereits unterschrieben. Rafael könnte Osnabrück nutzen, um Fahrzeuge zu bauen, die die „Kampftechnik transportieren können“. Dazu würde VW ein Gemeinschaftsunternehmen mit Rafael gründen und die in Osnabrück künftig gefertigten Militärfahrzeuge würden auch Bestandteil der europäischen Flugabwehr werden, schreibt die deutsche Wirtschaftswoche. In Deutschland würden keine Teile für Israels Iron Dome produziert.Dennoch ist Katar, mit 17 Prozent nach Porsche und Niedersachsen drittgrößter VW-Aktionär, zu viel Israel drin. Katar mit drei Mitgliedern sehr prominent im VW-Aufsichtsrat vertreten, hat sein Veto eingelegt und blockiert damit den Deal mit Rafael. Das berichteten zuerst die deutsche Bild und das Handelsblatt. Hintergrund ist der Nahost-Konflikt. Seit dem Gaza-Krieg gibt es Spannungen zwischen Doha und Jerusalem. Katar gilt seit Jahren als einer der wichtigsten finanziellen Unterstützer der Hamas. Israel hat im Vorjahr mit gezielten Luftschlägen hochrangige Hamas-Funktionäre in Katar getötet. Das Emirat spielte aber eine Doppelrolle, da es auch als Vermittler zwischen der Terrororganisation und Israel auftrat.Möglicherweise ist das katarische Veto bei VW auch ein Revanche-Foul für ein aktuelles Veto aus Jerusalem. Bei der geplanten Milliarden-Übernahme des israelischen Transportunternehmens Zim mit Sitz in Haifa durch die deutsche Großreederei Hapag-Lloyd, an der Katar und Saudi Arabien zusammen mehr als 20 Prozent halten, gibt es Widerstand aus Israel. Premier Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz haben sich laut Medienberichten gegen den Deal ausgesprochen.Zim ist die zehntgrößte Containerreederei weltweit, Hapag-Lloyd die Nummer fünf.
- Streit ums Erbe: Wer entscheidet und wer zahlt die Zeche?am Juli 18, 2026 um 4:00 am
Von Mag. Carmen Thornton & Mag. Johannes KautzDer Fall: Nach einem Todesfall muss einiges organisiert werden. Angefangen vom Begräbnis bis hin zur Kündigung von Verträgen. Sich einen Überblick über das Vermögen zu verschaffen und alle Verträge oder Passwörter zu finden, ist oft eine Herausforderung. Eigentlich ist es selbstverständlich, dass sich die nächsten Angehörigen um diese Dinge kümmern, doch spätestens, wenn die Bank oder ein Vertragspartner nachfragt, stellt sich die Frage: Wer darf was entscheiden? Und was passiert mit dem digitalen Nachlass? Manchmal ist auch nicht klar, wer überhaupt erben wird. Doch wenn man sich da nicht einig wird, folgt schnell die Entmündigung. Und dann wird es richtig teuer. Abgesehen von den Anwalts- und Gerichtskosten gibt es auch eine unangenehme Kostenfalle. Und die Zeche zahlt nicht immer derjenige, der die Kosten verursacht hat. Da kann selbst ein Sieg vor Gericht zum finanziellen Verlustgeschäft werden.Sie:Auch wenn die meisten Verlassenschaften einvernehmlich geregelt werden, landet jeder Todesfall zwangsläufig vor Gericht. Das bestellt einen Notar, der die Verlassenschaft abwickelt. Der Gerichtskommissär ist aber nicht Vertreter des Nachlasses. Er kann zwar in dringenden Fällen Sicherungsmaßnahmen ergreifen, etwa eine Wohnung oder einzelne Räume versiegeln oder Schlüssel und Wertgegenstände verwahren, es ist aber nicht seine Aufgabe, Verträge zu kündigen oder laufende Rechnungen zu bezahlen. Das ist Sache der zukünftigen Erben, die auch das Recht haben, das Vermögen bereits vor der Einantwortung zu benützen.Verwaltung nur gemeinsamDafür müssen sie aber erst eine Erbantrittserklärung abgeben und ihr Erbrecht, z. B. durch die Vorlage des Testaments oder den Nachweis des Verwandtschaftsverhältnisses, ausweisen. Dann stellt der Gerichtskommissär ihnen eine Amtsbestätigung aus, die als Nachweis der Vertretungsbefugnis dient. Solange niemand die Erbschaft angetreten hat, ist für Verwaltungsmaßnahmen eine gerichtliche Genehmigung notwendig. Wenn klar ist, wer welche Quote bekommen wird und die Erben einvernehmlich vorgehen, haben sie bei der Verwaltung hingegen ziemlich freie Hand. Selbst für außergewöhnliche Geschäfte ist keine gerichtliche Genehmigung notwendig, es sei denn, es geht um den Verkauf von Vermögenswerten.Im Idealfall machen sich die Erben auch gleich untereinander aus, wer was bekommt, und schließen ein Erb- und Pflichtteilsübereinkommen ab. So erspart man sich eine Erbteilungsklage und jede Menge Steuern. Und wenn nicht nachträglich ein übergangener Erbe auftaucht, der seine Ansprüche geltend macht, sehen die Erben nie ein Gericht von innen.Was passiert mit digitalem Nachlass?Immer öfter stellt sich auch die Frage, was mit dem digitalen Nachlass passiert und wer z. B. auf Social Media Accounts zugreifen darf. Die Nutzungsverträge fallen zwar in die Verlassenschaft, dennoch verweigern viele Plattformen den Erben den vollständigen Zugriff auf das Konto. In Deutschland landete ein Fall, in dem Facebook den Eltern einer verstorbenen Teenagerin den Zugang zu deren Nutzerkonto verweigerte, vor einigen Jahren sogar beim Höchstgericht. Die Nutzungsbedingungen sehen vor, dass der Accountinhaber sein Benutzerkonto entweder so einstellen kann, dass es im Todesfall dauerhaft gelöscht wird, oder das Benutzerkonto in den Gedenkzustand versetzt wird. Dann sind am Konto nur mehr bestimmte Änderungen (z. B. ein Abschiedsposting) möglich.Dafür muss der Nutzer aber selbst einen Nachlasskontakt festgelegt haben. Da dies nicht der Fall war, verweigerte Facebook den Eltern den Zugang zum Nutzerkonto. Die wollten das nicht hinnehmen und bekamen vor Gericht auch Recht. Der deutsche Bundesgerichtshof entschied, dass der Vertrag über das Facebook-Benutzerkonto auf die Erben übergeht, denen daher Zugang zum Konto samt den gespeicherten Inhalten zu gewähren ist. Vor Kurzem entschied ein deutsches Oberlandesgericht, dass auch bei einem Instagram-Account die aktive Weiternutzung durch die Erben ermöglicht werden muss. In Österreich ist die Rechtslage vergleichbar.Wem es ein Anliegen ist, dass seine Social Media Accounts nach dem Tod weiterbespielt werden können, oder über digitale Vermögenswerte verfügt, sollte daher im Testament auch den digitalen Nachlass regeln und bei den Plattformen einen Nachlasskontakt festlegen. Außerdem ist es wichtig, dass die Erben über die Zugangsdaten verfügen.Er:Es macht schon Sinn, dass die voraussichtlichen Erben die Verlassenschaft gemeinsam verwalten sollen, schließlich geht es um ihr Erbe. Doch gemeinsam funktioniert bei Erbschaften nicht immer. Unterschiedliche Interessen, enttäuschte Erwartungen oder auch ungelöste Konflikte führen häufig zu erbittertem Streit. Und wenn die Fronten verhärtet sind, nehmen manche sogar eigene Nachteile in Kauf, nur weil man dem anderen nichts gönnen will.Wer streitet, wird entmündigtDer Gesetzgeber hat dafür wenig Verständnis. Wenn sich die Erben nicht einigen können, wird ein Verlassenschaftskurator bestellt, der die Verlassenschaft vertritt. Die Erben haben dann nichts mehr zu sagen. Die Bestellung bleibt auch aufrecht, wenn sich die Erben plötzlich doch wieder vertragen. Dieser Ansatz ist zwar kompromisslos, aber nachvollziehbar. Das Gericht ist nicht dazu da, bei jeder Meinungsverschiedenheit zwischen den Erben zu schlichten. Und irgendwer muss die Entscheidungen treffen.Nicht so verständlich ist, dass der Kurator auch bestellt wird, wenn strittig ist, wer überhaupt erben wird oder welche Quote den Erben zusteht. Denn das heißt ja nicht, dass keine gemeinsame Verwaltung möglich ist. Trotzdem wird auch hier nicht lange gefackelt. Es gibt zwar einen Einigungsversuch beim Notar, aber wenn dieser scheitert und das Gericht entscheiden muss, welche Erbantrittserklärung berechtigt ist, wird den Streitparteien ein gemeinsamer Vertreter vorgesetzt. Und zwar auch dann, wenn sie das gar nicht möchten und sich bei der Verwaltung ohnehin einig sind.Der Verlust der Entscheidungskompetenz ist da noch am ehesten zu verschmerzen. Meistens spricht sich der Kurator ohnehin mit den Erben ab. Und für außergewöhnliche Verwaltungsmaßnahmen wie zum Beispiel die Verwertung von Liegenschaften ist eine gerichtliche Genehmigung nötig. Doch das böse Erwachen kommt, wenn der Kurator seine Honorarnote legt. Die Entlohnung beträgt 5% des Aktivvermögens pro Jahr. Schulden werden nicht berücksichtigt. Für die Verwaltung eines Hauses im Wert von 1 Million sind das € 50.000 plus USt pro Jahr, selbst wenn ein hoher Kredit offen ist. Das ist ein Vielfaches von dem, was eine Hausverwaltung bekommt, und es ist auch deutlich mehr als die Entlohnung eines Erwachsenenvertreters (Sachwalters) oder Insolvenzverwalters. Das Honorar kann zwar ausnahmsweise reduziert werden, trotzdem kommen oft hohe fünfstellige oder sogar sechsstellige Beträge zusammen. Und ein Erbrechtsstreit kann gut und gerne 2 bis 3 Jahre dauern. Im schlimmsten Fall gibt es dann gar nichts mehr zu streiten.Die Erben zahlen die ZecheDa drängt sich irgendwie der Verdacht auf, dass die Erben für das Streiten bestraft werden sollen. Bestraft werden aber nicht diejenigen, die das Erbe zu Unrecht beansprucht haben, sondern die rechtmäßigen Erben. Die Kosten des Verlassenschaftskurators werden nämlich von der Verlassenschaft getragen. Wer sein Recht verteidigt, wird zur Kasse gebeten. Wer zu Unrecht prozessiert hat, muss nicht für die verursachten Kosten einstehen. Nur bei einer mutwilligen Prozessführung können die Erben Schadenersatzansprüche geltend machen. Das ist allerdings schwer nachzuweisen. Und es führt zu einem weiteren Prozess. Der Versuch, den Erben eine Einigung schmackhaft zu machen, ist ja lobenswert. Die Rechtsdurchsetzung zu bestrafen, kann aber nicht die Lösung sein. Und es ist auch nicht Aufgabe der Gerichte, Konflikte zu verhindern, sondern sie zu lösen.
- Spiel um Platz 3: Letzter Auftritt für zwei Favoritenvon florian.plavec@kurier.at (Florian Plavec) am Juli 18, 2026 um 4:00 am
„Wir wollten ins Finale“, sagt Englands Trainer Thomas Tuchel. Doch auch im Spiel um Platz 3 am Samstag (23.00) gegen Frankreich lohnt es sich zu kämpfen. Denn nach dem Halbfinal-Aus gab es heftige Kritik am deutschen Trainer und dessen Defensiv-Taktik nach der 1:0-Führung gegen Argentinien. Endstand 1:2.Vom Verband gibt es Rückhalt für Tuchel. Doch sollte auch das Spiel am Samstag verloren gehen, bekäme die WM-Leistung der Engländer eine weitere bittere Note. „Es ist eine große Leistung, das Halbfinale erreicht zu haben. Aber das will momentan niemand hören, ich übrigens auch nicht“, sagte Tuchel und versprach: „Wir werden uns professionell auf das Spiel vorbereiten.“Wellness-Spiel für Deschamps?Für Didier Deschamps könnte es hingegen eine Wellness-Partie werden, es ist sein letztes Spiel als französischer Teamchef. Seit 2012 lenkt er Les Bleus, er führte die Mannschaft zum WM-Titel 2018 und ins Finale 2022, wo man im wohl spektakulärsten Endspiel der WM-Geschichte Argentinien im Elfmeterschießen unterlag. „Ich bin sehr glücklich und stolz auf alles, was wir mit der Mannschaft erreicht haben“, sagte Deschamps. Für ihn sei es am Ende auf persönlicher Ebene nicht wichtig, ob man ins Finale kommt oder nur bis zum Halbfinale. Die Spieler dürfte es motivieren, Deschamps mit einem Sieg zu verabschieden.Chance für ErsatzleuteDass die Franzosen allerdings mit ihrer stärksten Mannschaft antreten werden, scheint unwahrscheinlich. Nur Kylian Mbappe wird wohl von Anfang an stürmen. Für den Angreifer von Real Madrid geht es noch um die Torjägerkrone.
- Moin, Moin: Hamburg in vier Tagenam Juli 18, 2026 um 4:00 am
Von Nicola Afchar-NegadDonnerstagAlter Elbtunnel: Unter der Elbe hindurch und direkt zum schönsten Blick auf Landungsbrücken und Elphi. hamburg.de/elbtunnelGroße Freiheit: Die berühmteste Seitenstraße der Reeperbahn. Große Freiheit, St. PauliFlight Club: Zur Negroni-Stunde (19–20 Uhr) in „The Rabbithole Bar“ am Ende der Reeperbahn. the-rabbithole.deLichterfahrt Hafen: Nach Sonnenuntergang zwischen Kränen und Containerbrücken durch den Hafen. Z. B. abicht.cruises/cruises/evening-light-cruise; LandungsbrückenFreitagSpeicherstadt „Kaffeerösterei“: Dort Kaffee trinken, wo einst die Waren aus aller Welt gelagert wurden.speicherstadt-kaffee.deNeuer Wall: Wo Marken wie das australische Modelabel Zimmermann eröffnen, wird klar: Hamburg hat Stil. Neuer Wall 72Hobenköök: Markthalle, Restaurant und norddeutsche Produzenten unter einem Dach. hobenkoeoek.deOberhafen-Kantine: Norddeutsche Küche mitten im kreativen Oberhafen.oberhafenkantine-hamburg.deSamstagCafé Gnosa: Institution in St. Georg – bekannt für seine Torten. Lange Reihe 93FSKR – sind keine Rudeltiere Hip: Für viele Hamburger die erste Adresse für Pastrami-Sandwiches. Mühlenkamp 54Museum für Kunst und Gewerbe: Von Mode über Fotografie bis Design. Das MK&G zählt zu den spannendsten Museen Deutschlands. mkg-hamburg.de100/200 Kitchen: Zwei-Sterne-Restaurant – die Carte-blanche-Menüs widmen sich saisonalen Themen.100200.kitchenSonntagFischereihafen: Das Restaurant Fischereihafen ist berühmt für Räucheraalauf Kräuterrührei und Schwarzbrot. fischereihafenrestaurant.deStrandperle Elbstrand: Füße im Sand, Containerschiffe vor sich: Mehr Hamburg geht kaum. strandperle-hamburg.deEscape rooms: Kennt man – aber in Hamburg auf zwei Museumsschiffen, das kann was! hiddengames.deSüllberg zum Abschied: Hoch über der Elbe gelegen, mit weitem Blick. Süllbergterrasse 12HotelsThe Fontany: Direkt an der Außenalster gelegen, zählt das Hotel zu den spektakulärsten Adressen der Stadt. thefontenay.comConrad Hamburg: Hanseatischer Luxus hinter historischer Kontorhausfassade mitten in der City.hilton.com/de/hotels/hamshci-conrad-hamburgNovotel Hamburg: Central Station Lässig-unkomplizierte Familienbasis, strategisch gut gelegen. novotel.com
- Kiez und Kanal: Ein langes Wochenende in Hamburgam Juli 18, 2026 um 4:00 am
Von Nicola Afchar-NegadAuf dem Mühlenkampkanal schaukeln Stand-up-Paddler, Kanus und Tretboote gemächlich dahin. Manche scheinen grundlos zu pausieren. Erst beim genaueren Hinsehen erkennt man, dass sie auf ihre Bestellung warten. Das Café Canale im Stadtteil Winterhude reicht Fischbrötchen, Kuchen und kühle Getränke durch eine kleine Luke direkt ans Wasser des Alsterkanals. Wer nur das große und grobe Hamburg kennt – Kräne, Landungsbrücken und Frachter –, würde diesen Teil der Stadt kaum erwarten. Rund um den Mühlenkampkanal bestimmen Altbauten, Kanäle und kleine Cafés das Bild. Man kann durchaus von zwei Welten sprechen: Die Alster ist so etwas wie das Wohnzimmer der Stadt, die Elbe die Werkstatt. Das eine Gewässer steht für Freizeit, das andere für Arbeit. Beide zusammen haben Hamburg geprägt – und damit auch die Reeperbahn, die heuer ihren 400. Geburtstag feiert. Ihren Namen verdankt sie den Reepern, jenen Seilern, die hier einst die meterlangen Schiffstaue für den Hafen fertigten. Längst steht die berühmteste Straße Hamburgs, die „sündigste Meile der Welt“ nicht mehr nur für Rotlicht und Exzess, sondern viel mehr dafür, so sein zu können, wie man möchte.Kiez me, BabyZum Auftakt des Jubiläumsjahres schlugen Bürgermeister Peter Tschentscher und Dragqueen Olivia Jones ein eigens gebrautes Jubiläumsbier an, bevor Tausende Menschen auf dem Spielbudenplatz gemeinsam Udo Lindenbergs „Reeperbahn“ aus dem Jahr 1978 intonierten. „An jeder Ecke roch’s nach Hafen. Und nach Rock ’n’ Roll“, sang er darin und er bedauerte, die Reeperbahn sei „Kulisse für’n Film, der nicht mehr läuft“. Das Drehbuch zum 400erEher sympathisch als spektakulär. Führungen, Vorträge und zwei knallpinke Reeper-Statuen fürs Stadtbild. Irgendwie ist auf der Reeperbahn alles ein wenig drüber, inklusive der legendären Penny-Filiale mit der Neonschrift „Kiez me, Baby“ beim Eingang und den Worten „Knackige Dinger“ über der Gemüseabteilung. Reeperbahn halt. Ein „Hotel zur Heißen Ecke“ findet man vermutlich nur hier auf der Projektliste. Der zweideutige Name hat natürlich Geschichte: Die „Heiße Ecke“ ist eine legendäre Kreuzung von Reeperbahn und Davidstraße und obendrauf ein kultiges Musical, das einen Tag am Würstelstand liebevoll persifliert. Klar ist: Der Kiez beherrscht die große Show. Das Kontrastprogramm beginnt 37 Meter über der Elbe, auf der Plaza der Elbphilharmonie, kurz Elphi genannt. Ein Kran-Ballett Die Elbphilharmonie, ein historischer Kaispeicher mit spektakulärem Glasaufbau, ist längst zum Wahrzeichen eines Hamburgs im Aufbruch geworden. Ein Konzerthaus, auf dessen Plaza sich zur goldenen Stunde auffällig viele Besucher mit einem Aperol Spritz in der Hand bewegen. Man könnte fast glauben, es sei inszeniert. Der orangefarbene Drink, der Himmel, der für einige Minuten genau diesen Farbton trifft – so sieht Perfektion aus. Auch die Höhe der Plaza, die manche als Stadt-Balkon bezeichnen, ist ideal. Hoch genug, um den Hafen im Blick zu haben, aber auch niedrig genug, um zu erkennen, was unten am Boden grad hohe Wellen schlägt. Wer von hier auf die HafenCity blickt, sieht einen Teil der Handelsmetropole, die ihre Grenzen seit Jahren Stück für Stück Richtung Elbe verschiebt. Um ganze 40 Prozent ist die Innenstadt gewachsen, die HafenCity ist Europas wohl bekanntestes Stadtentwicklungsprojekt. Die Kräne gehören zum Stadtbild, wie Kirchtürme, Fischkutter und die Backsteinsilhouette der Speicherstadt. Und die Baustellen-Romantik verrät es: Die HafenCity wächst weiter. Für 2027 sind neue Hotels avisiert und mit dem UBS Digital Art Museum ist Europas größtes Museum für digitale Kunst im Werden. Im Überseequartier hat vergangenes Jahr bereits das immersive Kunstzentrum Port des Lumières eröffnet und selbst für den Elbtower ist nach dem Signa-Schiffbruch Land in ferner Sicht. Iss dich glücklich Alles fraglos beeindruckend. Eine etwas frischere Brise weht allerdings dort, wo Hamburg weniger poliert wirkt. Ein bisschen rauer und vielleicht auch mehr der hanseatischen Mentalität entsprechend ist etwa der Oberhafen, ein Viertel, in dem Hamburg experimentiert. Ehemalige Güterhallen wurden zu Ateliers und Werkstätten, hier spürt man, wie die Stadt gerade tickt.Herausragend: Markthalle und Restaurant Hobenköök, zum Frühstück stehen Matjes mit Hausfrauensoße und Essiggurke auf der Karte. Eher „etabliert cool“: das Karoviertel voller Cafés, Vintage-Läden oder dem Concept Store Kauf Dich Glücklich.Im Schanzenviertel wiederum ist der Entdecker-Bonus weg, Beispiel: die „Bullerei“ von Tim Mälzer, die man kaum mehr als Neuentdeckung verkaufen kann.Ganz anders verhält es sich mit dem Grünen Bunker im angrenzenden St. Pauli – er ist vielleicht sogar so symbolisch für das heutige Hamburg wie die Elphi es Ende der 2010er-Jahre war. Auf dem Dach des Flakturms wachsen Bäume, ein öffentlicher Park zieht sich spiralförmig nach oben, die Besucher blicken auf Hafen, Elbe und Reeperbahn. „Warst du schon oben?“ war seit der Fertigstellung im vorletzten Sommer eine geflügelte Frage zwischen Kiez und Kanal. Fisch macht sexy Von hier oben fällt noch etwas auf: In Hamburg täuschen Entfernungen mitunter, die Stadt ist beeindruckend weit. Das Ziel scheint nur ein paar Minuten entfernt, obwohl noch ein Kanal, ein Hafenbecken oder eine Brücke dazwischenliegen. Irgendwann ist man aber dort, nicht selten mit einem Snack in der Hand. „Fischbrötchen machen sexy“, verspricht der Aufsteller eines Standes. Eine gewagte These. Aber Hamburg wäre nicht Hamburg, würde man sie hier nicht völlig selbstverständlich stehen lassen. Wer das ursprüngliche Hafen-Hamburg erleben möchte, fährt weiter zu Bobbys Bremsklotz unter der Köhlbrandbrücke. Wo Hafenarbeiter, Lkw-Fahrer und Stammgäste seit Jahren für Frikadellen anstehen, ist das touristische Hamburg weit weg. Wenn der Abend kommt, legt die nächste Hamburger Institution los – beziehungsweise ab: Frau Hedis Tanzkaffee, ein ehemaliges Hafenboot, dessen Deck an Sommerabenden zu einem schwimmenden Club wird. Die Macher sprechen von einem „subkulturellen Kontrapunkt zur staatskulturellen Elbphilharmonie“ und der „Elbvielharmonie der Herzen“. Die Königin kommt! Oder aber man findet sich dort wieder, wo die knapp 1,9 Millionen-Stadt etwas Abstand zu sich selbst gewinnt.Auf der Lindenterrasse des Hotels Louis C. Jacob treffen sich die Nordlichter seit Generationen unter alten Bäumen bei einem Stück Jacobstorte, im Sommer übertönen Jazz- und Klavierkonzerte die Schiffshörner. Richtig hoheitlich wird es dann an zwei Abenden im Sommer, wenn am 27.8. und 2.9. die „Queen Mary 2“ am Hotel vorbeigleitet, die Königin der Transatlantikliner. Die Gäste werden es sich nicht nehmen lassen mit weißen Tüchern von der Balustrade zu winken und auch der legendäre Kanonenschuss wird nicht fehlen. Das Louis C. Jacob hat eine 235-jährige Geschichte, solche Traditionen muss man erhalten, die An- und Abfahrten der Schiffe sind sogar auf der Menükarte gelistet.Vielleicht steckt in dieser selbstverständlichen Würdigung ja das Wesen Hamburgs. Seit Jahrhunderten ist man das Tor zur Welt. Schiffe, Waren, Menschen – und ihre Ideen – kommen und gehen. Was bleibt, ist eine Stadt, die mit allen Wassern gewaschen ist.
- Hitzepläne der Gastronomen: Früher zu und geschlossene Schanigärtenvon verena.richter@kurier.at (Verena Richter) am Juli 18, 2026 um 3:30 am
Extrem hohe Temperaturen und lang andauernde Hitzephasen gehen auch an der Gastronomie nicht spurlos vorbei. Gezeigt hat das die erste Hitzewelle des Sommers 2026. Das letzte Juniwochenende markierte mit neuen Temperaturrekorden von bis zu 40 Grad in Wien eine bisher beispiellose Hitzewelle. Doch die nächste kommt bestimmt, da sind sich Klimaforschende einig.Hitzetage werden heißer und häufiger, Hitzewellen intensiver, sie dauern länger und treten früher auf. Der KURIER hat sich daher umgehört, wie Wiener Lokale auf die Hitze reagiert haben und künftig damit umgehen wollen – und wie Gäste die Maßnahmen aufnehmen.Für Schlagzeilen sorgte vor allem die angekündigte Schließung des Gastgartens im Gasthaus Reznicek am Alsergrund. Während Schanigärten im Sommer eigentlich Hochsaison haben, entschied man sich, diesen am Wochenende erst gar nicht zu öffnen.Begründet wird das einerseits damit, dass der Gastgarten in einer asphaltierten Straße liegt, Schatten spendende Bäume gibt es hier nicht: „Die Sonne heizt den Asphalt den ganzen Tag bis 18 Uhr auf, das ist unerträglich. Wir haben uns allen voran zum Schutz der Mitarbeiter dazu entschieden. Wir arbeiten alle gerne und viel, bei gefühlten 50 Grad steht das aber in keinem Verhältnis mehr“, sagt Co-Betreiber Simon Schubert. Lokale rüsten aufStattdessen wurden Gäste in den auf 22 Grad klimatisierten Innenbereich gebeten. Neben vielen positiven Reaktionen habe man auch eine negative Google-Rezension erhalten. Der Nutzer moniert darin eine „Bevormundung“ der Gäste. Umsatzeinbußen habe man durch die Schließung keine gehabt – ganz im Gegenteil sogar.Bei 40 Grad will niemand vier Gänge essen, das macht ja keinen Spaß mehr.Simon Schubert / Gasthaus Reznicek„Die Leute essen drinnen sogar mehr, deshalb haben wir letztes Jahr auch in eine Klimaanlage investiert. Bei 40 Grad will niemand vier Gänge essen, das macht ja keinen Spaß mehr“, sagt Schubert. Dass der Schanigarten auch bei der nächsten Hitzewelle zu bleibt, ist laut Schubert gut möglich. Überlegt wird eine Schließung künftig bei über 35 Grad. Eine ähnliche Regelung, jedoch bereits ab 32 Grad, gab es im Jahr 2022 im Café Mozart am Albertinaplatz im 1. Bezirk. Geschlossen wurde der Gastgarten damals bereits ab 12 Uhr, Kellner mussten nicht mehr draußen arbeiten. Das gilt inzwischen nicht mehr, da man den Schanigarten mit größeren Schirmen und Sprühnebelanlagen aufgerüstet hat, wie eine Sprecherin auf KURIER-Anfrage erklärt. Mitarbeiter sollen mehr Pausen einlegenDas Café gehört zur Betreiberfamilie Querfeld, die unter anderem auch das Café Landtmann betreibt. Darüber hinaus achte man darauf, dass die Mitarbeiter ausreichend Pausen einlegen, genügend trinken und lockere Kleidung tragen. Hinzukomme, dass Gäste bei derart hohen Temperaturen wie am Juniwochenende ohnehin lieber drinnen sitzen.„Hitzefrei“ gibt es in der Gastronomie bekanntlich nicht. Ab einer gefühlten Temperatur von 30 Grad sind Unternehmen aber verpflichtet, Schutzmaßnahmen für im Freien arbeitende Menschen zu treffen. Dazu zählen unter anderem mobile Beschattung, Jobrotation und längere Pausen. Früher auf oder gleich ganz zuAndere Lokale entschieden sich wiederum, die Öffnungszeiten vorzuverlegen und früher zu schließen. So machte etwa das Café „Landlocked“ in Margareten schon um 13 statt 17 Uhr zu. Wieder andere Lokale blieben teilweise ganz geschlossen.Die Bäckerei „Das Lazy“ in Währing kündigte auf Instagram an, Donnerstag und Freitag schon um 8 Uhr (statt 10 Uhr) zu öffnen, geschlossen wurde dafür schon um 13 Uhr (statt 17 Uhr). Samstag und Sonntag, den 27. und 28. Juni, blieb gänzlich geschlossen. In den Kommentaren befürworten Nutzer die Entscheidung beider Lokale.Zu blieb am Samstag auch das Feinkostgeschäft „Schrei & Söhne“ von Lorenz Schrei in Margareten, der die Snackbar seit 10 Jahren betreibt. Geschäft und Gastgarten lägen von 7 bis 14 Uhr in der prallen Sonne, geöffnet wäre samstags bis 15 Uhr.„Ich wusste, dass viele Stammgäste auf Urlaub oder über das Wochenende weggefahren sind. Damit war es obsolet, wegen einer Stunde Schatten und für fünf Leute, die gekommen wären, zu öffnen.“ Auch seine Gäste hätten die Entscheidung unterstützt.An anderen Hitzetagen hält Schrei mit Ventilator und Klimagerät offen. Frei geben musste er am Samstag nur sich selbst, da er das Lokal alleine führt: „Das macht es einfacher. Es war eine wirtschaftliche Überlegung, ob es sich auszahlt, reinzufahren und alles vorzubereiten. Und ich würde es genauso wieder machen.“
- Nachhaltige Architektur: Schilfdach feiert Comebackam Juli 18, 2026 um 3:10 am
Es gibt Baustoffe, die nie ganz verschwinden. Schilf, im Norden meist Reet genannt, ist ein solches Material. Jahrhundertelang war es regional verfügbar, reparierbar und klimatisch klug. Dennoch geriet es ins Abseits – zu rustikal, zu traditionell, zu wenig kompatibel mit einer Baukultur, die Fortschritt lange mit glatten Oberflächen und industrieller Perfektion gleichsetzte. Nun kehrt das Reetdach zurück: als architektonische Form, als ökologische Strategie und als Mittel, Gebäuden wieder eine stärkere Bindung an Ort und Landschaft zu verleihen.Wie aus der Düne geformt Wie spektakulär eine solche Rückkehr ausfallen kann, zeigt der Lanserhof Sylt. Das Medical Health Resort wurde von Architekt Christoph Ingenhoven in enger Abstimmung mit dem Natur- und Denkmalschutz auf einem ehemaligen Militärgelände aus den 1930er-Jahren errichtet. Ein historisches Offiziersheim blieb erhalten und wurde in das Ensemble integriert. Die neuen Gebäude tragen zusammen 7.100 Quadratmeter Reetdach – die größte Reetdachfläche Europas. Entscheidend ist dabei weniger die Zahl als die Wirkung: Das Dach schwingt weich über dem Baukörper, folgt der Dünenlogik des Ortes und macht das Resort zu einem Kontinuum aus Haus und Landschaft. Diese Haltung setzt sich im Inneren fort. Die Farben Beige, Weiß und Grau sowie die Materialien Holz und Glas übersetzen die Farbigkeit der Insel in eine reduzierte, ruhige Atmosphäre. Unter dem großen Dach liegen 55 Zimmer, deren eingeschnittene Loggien vor Wind schützen und zugleich den Blick auf Meer und Heide eröffnen. Reet wird hier zum Träger eines neuen Luxusbegriffs: nicht dekorativ, sondern sinnlich; nicht auffällig, sondern selbstverständlich. Christoph Ingenhoven beschreibt dies als Reduktion auf das Wesentliche – seine persönliche Definition von Luxus.Baustoff mit Zukunft Ganz anders der Maßstab, aber ähnlich klar in der Auffassung ist das von Gilbert Berthold für Jacobus van Hoorne geplante Einfamilienhaus im burgenländischen Weiden am See. Der Bauherr war sieben Jahre als Teilchenphysiker am CERN tätig, bevor er den Schilfschneide- und Schilfdachdeckerbetrieb seiner Familie übernahm. Das Haus versteht sich ausdrücklich als Demonstrationsbau: Es soll zeigen, dass Schilf kein Relikt ist, sondern ein regionaler Baustoff mit Zukunft. Die Gebäudehülle verbindet naturbelassenes Eichenholz mit lokal geerntetem Schilf; ein leicht gedrehter, s-förmiger Grundriss prägt Dach und Fassade gleichermaßen.Hier wird sichtbar, was das Material architektonisch leisten kann. Die rund 30 Zentimeter starke Schilfschicht fungiert sowohl als Dachhaut als auch als Wärmedämmung – diffusionsoffen, langlebig, sortenrein trennbar und letztlich kompostierbar. Van Hoorne verweist außerdem auf einen praktischen Vorteil, der in Zeiten heißer Sommer relevanter wird: Schilfdächer heizen sich deutlich weniger auf als konventionelle Deckungen. Das Material ist also nicht nur atmosphärisch stark, sondern auch bauphysikalisch smart. Der eigentliche Durchbruch des Projekts liegt jedoch im Bereich des Brandschutzes.Schilfdächer galten im österreichischen Wohnbau lange als kaum genehmigungsfähig. In Zusammenarbeit mit der Prüfanstalt für Brandverhalten in Wien wurde deshalb ein Dachaufbau ohne Hinterlüftung untersucht. Die Realbrandversuche zeigten, dass ein korrekt ausgeführtes Schilfdach nicht in Vollbrand gerät und sich das Feuer nur sehr langsam ausbreitet – ein Nachweis, der die Bewilligungspraxis erleichtert und den Weg für weitere Projekte geebnet hat.Verbindung zur Region Dass Schilf heute auch im Hospitality-Bereich wieder stärker zum Einsatz kommt, zeigt das „Nils am See“. Verena Wohlkönig und Jürgen Hamberger, Gründer von Mezza-Maiso in Wien, beschreiben das Prinzip so: „Das Schilfdach ist bei diesem Projekt ein zentrales Element der architektonischen Sprache. Es schafft eine starke Verbindung zur Region rund um den Neusiedlersee und verleiht dem Gebäude jene Selbstverständlichkeit, die wir uns für diesen Ort gewünscht haben.“ Und Architekt Hamberger ergänzt: „Besonders wichtig ist uns, dass dieses Ergebnis aus dem Zusammenspiel starker Partner entstanden ist: der Architektur von Doppelplusgut, der Projektentwicklung durch Sundeck Immobilien und der präzisen handwerklichen Umsetzung.“Reet ist heute weder romantische Geste noch Billiglösung. Es ist ein Baustoff, der regionale Wertschöpfung, zirkuläres Denken, handwerkliche Kompetenz und eine starke Raumatmosphäre vereint. Das Dach über dem Kopf ist plötzlich wieder viel mehr als Technik. Es erzählt, wo ein Haus steht – und wie es gebaut sein will.Übrigens: Rund um den Neusiedler See wird jährlich genug Schilf geerntet, um etwa 500 Einfamilienhäuser zu decken – genutzt wird davon lokal bislang aber nur ein Bruchteil.
- Alza-Chef: „Wir sind das Amazon Mitteleuropas“von marlene.liebhart@kurier.at (Marlene Liebhart) am Juli 18, 2026 um 3:10 am
Wer in Österreich regelmäßig im Internet Elektronik bestellt, kommt an den Werbespots mit dem knallgrünen Alien von Alza kaum mehr vorbei. Der tschechische Onlinehändler hat seine Marketingoffensive in den vergangenen Jahren deutlich verstärkt und will damit auch hierzulande schneller wachsen. Österreich sei zwar nach wie vor der kleinste Markt des Unternehmens, entwickele sich aber positiv. „Seit Corona sind die Menschen offener für den Online-Einkauf. Wir sehen in den letzten Jahren wirklich gute Zahlen“, sagt Österreich-Chef Lukáš Mikolášek im Gespräch mit dem KURIER. Während Alza in Österreich noch Marktanteile gewinnen will, ist das Unternehmen in seiner Heimat Tschechien längst eine feste Größe. Neben Tschechien ist der Konzern auch in der Slowakei, Ungarn und Österreich aktiv. Zunehmend richtet sich der Blick außerdem nach Deutschland, wo das Unternehmen bisher nur über den Postversand zustellt.Kooperation mit der Österreichischen PostIn den anderen Ländern liefert Alza Bestellungen über Nacht in eigene Abholboxen. In Österreich wird dieser Service nur in Wien und Umgebung angeboten. Ein eigenes Lager betreibt Alza hierzulande nicht. Stattdessen werden sämtliche Bestellungen aus Zentrallager in der Slowakei abgewickelt. Beliefert werden die eigenen „Alza-Boxen“. Seit Juni besteht außerdem eine Kooperation mit der Österreichischen Post. Seither können Kunden ihre Bestellungen an 4.500 Boxen im ganzen Land liefern lassen.Beim Sortiment legt Alza den Fokus auf Elektronik und Spielzeug. Zu den meistverkauften Produkten im vergangenen Jahr zählten die Spielkonsolen Nintendo Switch und Sony PlayStation. Daneben gehören Smartphones sowie Computerzubehör zu den Verkaufsschlagern. Eigenmarken rücken verstärkt in den FokusAusgebaut wurde zuletzt auch das Angebot an Eigenmarken. Sie sollen eine günstige Alternative zu etablierten Herstellern bieten. „Unsere Produkte sind qualitativ gleich gut, sogar besser, man bekommt sie aber für einen geringeren Preis“, sagt Mikolášek. Sowohl das Sortiment als auch die Nachfrage seien in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen.Alza sei das „Amazon Mitteleuropas“, sagt Mikolášek selbstbewusst. Als direkten Konkurrenten des US-Konzerns sieht er das Unternehmen dennoch nicht. „Anderen großen Elektronikhändlern machen wir aber Konkurrenz.“ Den zunehmenden Wettbewerb durch asiatische Billigplattformen nimmt Mikolášek gelassen. Deren Kunden würden vor allem auf den Preis achten. „Natürlich spielt auch bei uns der Preis eine Rolle, aber kein europäischer Händler kann mit den asiatischen Mitbewerbern preislich mithalten.“ Europäische Händler könnten stattdessen mit kurzen Lieferzeiten, besserem Service und rascher Verfügbarkeit punkten. Preise können sich täglich ändernDie Preisgestaltung erfolgt bei Alza dynamisch. Teilweise ändern sich Preise täglich. Grundlage dafür sind Markttrends und die Angebote der Konkurrenz. Viele Kunden würden heute über Preisvergleichsportale wie Idealo oder Geizhals auf den Webshop gelangen, weshalb wettbewerbsfähige Preise entscheidend seien.Mit gemischten Gefühlen blickt der Österreich-Chef auf neue Regulierungen. Die ab Oktober geltende nationale Paketsteuer von zwei Euro pro Sendung hält er grundsätzlich für sinnvoll. Alza wird wegen des erforderlichen Mindestumsatzes von 100 Millionen Euro in Österreich selbst nicht davon betroffen sein. Trotzdem übt er Kritik: „Ich bin der Meinung, dass die Spielregeln für alle Händler gleich sein müssen. Es geht nicht, dass manche Händler beeinträchtigt werden und andere nicht.“Positiv beurteilt Mikolášek hingegen den seit Anfang Juli geltenden EU-Pauschalzoll von drei Euro auf Pakete aus Drittstaaten mit einem Warenwert bis 150 Euro. Dadurch werde der europäische Handel besser geschützt. „Es kommen viele Pakete von asiatischen Händlern, die keine Steuern zahlen und keine Gewährleistung bieten. Das ist nicht richtig.“
- Von der Humanbiologie zum Kabarett: Der ungewöhnliche Weg von Sonja Pikartvon lisa.trompisch@kurier.at (Lisa Trompisch) am Juli 18, 2026 um 3:00 am
Ihre Diplomarbeit schrieb die studierte Humanbiologin Sonja Pikart (41) über die Detektion von ADAM-Proteinen in humanen Hirntumoren. „Ich war auch bei meiner Diplomarbeit immer ganz alleine mit meinem Geigerzähler im Radioaktiv-Labor“, erzählt sie lachend in der KURIER TV-Sendung „Herrlich ehrlich – Menschen hautnah“. Das habe sie zwar fasziniert, aber sie hat auch gemerkt, dass die Forschung langfristig eher nichts für sie ist.2009 kam sie nach Wien und studierte Schauspiel – sie hat nebenbei immer schon „hobbymäßig getanzt und gesungen.“ Für ihre Eltern war diese Entscheidung anfangs eher „schwierig“, aber danach sei auch das Verständnis dafür gewachsen, wie die gebürtige Deutsche erzählt.Zum Kabarett kam sie eher durch Zufall, viel mehr sogar aus Langeweile. „Ich war damals arbeitslose Schauspielerin, wie das eben häufig so ist“, so Pikart schmunzelnd. Zwischen ihren Kellnerinnen-Doppelschichten hat sie begonnen, fast wie eine Art Tagebuch, lustige Begebenheiten zu notieren. „Und daraus sind dann Texte entstanden, wo ich dachte, die müssten eigentlich einmal auf eine Bühne. Interessanterweise war das Wort Kabarett aber überhaupt nicht in meinem Kopf. Dann hab’ ich von einem Wettbewerb im Theater am Alsergrund erfahren und hab’ gedacht: Na ja, melde dich doch einfach mal an, was hast du zu verlieren? Und den habe ich gewonnen.“Und das sollte nicht der einzige Preis bleiben, viele weitere folgten und jüngst auch der „Salzburger Stier“. „Das war wild, das war aufregend! Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet.“ Es sei schön, auch von der Branche Anerkennung zu bekommen.StarkAm 23. September feiert ihr mittlerweile fünftes Programm im Kabarett Niedermeier Premiere. „Stark“ heißt es und geht eigentlich aber auch viel um Schwächen, wie sie erzählt. Sie habe das Gefühl, dass Stärke gerade ein ganz großes Thema sei und viele Menschen damit beschäftigt seien, sich stark zu inszenieren.„Da habe ich mich dann gefragt, was bedeutet das eigentlich? Was ist überhaupt Stärke und wofür vor allem wollen wir stark sein? Es ist so eine Art Selbstläufer geworden, dass wir uns total als stark darstellen wollen, aber was machen wir dann eigentlich mit dieser Stärke? Bringt die irgendjemandem was außer der Selbstinszenierung? Und in diesem Themenkomplex bewege ich mich dann.“Sie selbst definiert Stärke vor allem als etwas, „das zwischen Menschen passiert. Ich glaube, dass man als Individuum nur bis zu einem gewissen Punkt stark sein kann. Darüber hinaus entwickelt sich eine gemeinschaftliche Stärke in einer Familie, in einer Gemeinschaft von Menschen, in Freundschaften. Und ich glaube, das ist so eine Form von Stärke, auf die man sich mehr besinnen sollte. Und ich glaube, Stärke ist auch, dass man Schwäche zulassen kann. Dass man selber schwach sein kann, dass andere schwach sein können und dass man sich Mühe gibt, selbst stark zu sein, um anderen auch zu helfen, wieder klarzukommen.“Worauf Sonja Pikart in Wien verzichten könnte (sie mag aber den Wiener Schmäh mittlerweile auch sehr gerne), wie sie mit Kritik umgeht, wie wichtig Social Media ist, worauf sie sich beruflich freut und noch viel mehr sehen Sie im Video oben.
- Adelsexperte: Warum Prinz William, obwohl Fußballfan, alle England-WM-Spiele verpassteam Juli 18, 2026 um 3:00 am
Der britische Thronfolger Prinz William ist bekennender Fußball-Enthusiast und Präsident des englischen Fußballverbands FA (Football Association). Er ist Fan des Birminghamer Premier-League-Klubs Aston Villa. Auf der Tribüne zeigt er sich immer wieder mitfiebernd oder ausgelassen jubelnd - wie ein ganz normaler Fußballfan. Bei der WM suchte man ihn bei England-Spielen aber vergebens. Der britische Adelsexperte Richard Eden von der Boulevardzeitung Daily Mail glaubt zu wissen, warum.Prinz George schließt Lambrook-Schule abGrund war demnach nicht etwa Desinteresse, sondern sein ältester Sohn. Es sei „eine wichtige Zeit für die Familie, da George seine Schulzeit in Lambrook beendet hat“, so Eden unter Berufung auf einen Familienfreund in seiner Kolumne, aus der mehrere Medien zitierten.Im Juni war bekannt geworden, dass George ab September das Elite-Internat Eton in Windsor besuchen wird. Bis jetzt besuchte er gemeinsam mit seinen Geschwistern Prinzessin Charlotte (11) und Prinz Louis (8) die Lambrook School westlich von London.William „extrem enttäuscht“ nach WM-AusKalt ließen William die Spiele aber nicht: Nach der 1:2-Niederlage Englands im Halbfinale gegen Argentinien hatte sich der Prinz mit aufmunternden Sätzen an die Fußball-Nationalmannschaft gewandt. „Extrem enttäuscht. England, ihr habt alles gegeben, und wir sind alle so stolz auf euch“, schrieb der 44-Jährige auf der Plattform X.William bedankte sich bei allen Beteiligten „auf und neben dem Platz für ein unglaubliches Turnier“. „Der Kampfgeist und der Glaube, den ihr gezeigt habt, hat uns alle inspiriert“, schrieb William.Am Rande der Eröffnung eines neuen Trainingszentrums seines Lieblingsvereins verriet William 2021, wie er als kleiner Junge Aston-Villa-Fan geworden sei. Seine Schulkameraden seien alle Fans von Manchester United und Chelsea gewesen, so William, darauf habe er keine Lust gehabt. „Ich wollte eine Mannschaft, die eher im Mittelfeld der Tabelle steht und mir das Gefühl einer emotionalen Achterbahnfahrt gibt.“